Das Dorf
Seit dem Mittelalter hat sich an der Anlage nichts geändert. Der weitläufige Anger ist von Streck- und Hakenhöfen gesäumt, sein krönender Abschluss ist die Kirche. Das verschwenderische Raumangebot in zentraler Lage ist jenen Zeiten zu danken, da hier Platz sein musste für die riesigen Rinder- und Pferdeherden des Dorfes. Der Begriff "Understatement" könnte hier erfunden worden sein: Hinter den schlichten Fassaden verbergen sich keineswegs die einfachen kleinen Häuschen, nach denen es aussieht.
Lediglich die große Tür gibt Auskunft darüber, dass hier früher große Pferdefuhrwerke durchpassen mussten. Die Häuser gehen "hint'aus" weiter, viel weiter - oft ist es ein regelrechter Fußmarsch bis ans andere Ende, durch einen schönen blumengeschmückten Innenhof und meist noch einen windgeschützten Obstgarten hindurch bis zur unvermeidlichen großen Halle, in der das landwirtschaftliche Gerät untergebracht ist.
Beneidenswert schöne, lauschige Oasen sind diese Innenhöfe, die man aber nur zu Gesicht bekommt, wenn man in einem solchen Hof Quartier bezogen hat - oder einem der örtlichen Winzer einen Besuch abstattet.